Während man früher noch kontrovers diskutiert, hart debattiert, schließlich aber eine Einigung gefunden hatte und nach außen hin geschlossen hinter gemeinschaftlichen Entscheidungen stand, führt der soziale Werteverlust unserer Zeit zu einem toxischen Individualismus, der sich letztlich auch und vor allem gegen Gemeinschaften richtet mit dem Versuch, individuellen Profit auf Kosten aller anderen zu schlagen.
Gemeinsame Projekte werden sabotiert, Gemeinschaftsarbeit verhindert, Konflikte eskalieren und werden toxisch geführt und letztlich richtet sich im Sinne der Eskalationsspirale jeder gegen jeden.
Als geistige Ursachen dieses grassierenden Individualismus können die folgenden Faktoren erachtet werden:
Narzissmus als ein übermäßiges Selbstbewusstsein und eine überzogene Selbstbezogenheit;
Mangel an Empathie;
Soziale Isolation;
die Überbewertung des Ich im Rahmen (sozialer) Medien;
Materialismus als übermäßige Fixierung auf materiellen Besitz, Karriere und Konsum;
Kapitalistische Charakterisierung von Individuen als mobiles Humankapital;
Emanzipation als „Befreiung“ von organischen Institutionen im Sinne der Kritischen Theorie und anderweitiger marxistischer Theorien.
Destruktiver Individualismus beschreibt infolgedessen eine Form des Individualismus, bei der das Streben nach persönlichem Vorteil oder Erfolg auf Kosten anderer geht und soziale Bindungen und das Gemeinwohl vernachlässigt werden.
Charakteristisch für destruktiven Individualismus sind egoistische Tendenzen, die zu egozentrischem Verhalten führen.
Der destruktive Individualismus schwächt das soziale Gefüge und führt zu einer Kultur der Selbstsucht und des Misstrauens, die das Wohl der Gesellschaft insgesamt beeinträchtigt.
Heute sind einmal mehr Einordnung in das größere Ganze, Demut gegenüber der Gemeinschaft und dem Gemeinwesen, Streben nach gemeinschaftlichen Werten und nach Ehrenhaftigkeit notwendig.
Einmal mehr hinten anordnen, einmal mehr entspannen und einmal mehr daran denken, dass die Überbewertung des Einzelnen zu gar nichts führt, es ein größeres Ganzes gibt.


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