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Krisenvermeidung und Krisenmanagement

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Krisen berühren uns immer, ob direkt oder indirekt, ob schleichend oder plötzlich, ob im Privaten oder im Beruflichen. Immer wird der Normalablauf außer Kraft gesetzt und der Krisenmodus eingestellt, der allerdings häufig keine klaren und kühlen Analysen mehr ermöglicht. Das muss nicht sein, wie das Krisenmanagement beweist.

Wie verlaufen Krisen?

Grundmuster von Krisen sehen wie folgt aus [1]:

  1. Überraschungseffekt bei den Verantwortlichen
  2. Lähmungszustand der Akteure
  3. Zögerliches und unprofessionelles Handeln
  4. Kommunikationsdefizite
  5. Mangelnder Wille zur umfassenden und vorbehaltslosen Aufklärung
  6. Emotionalisierte Sicht

Daraus schlussfolgert Thießen, dass Krisen relativ hohe zusätzliche Kosten verursachen würden, die allerdings in ihrer Wertvernichtung häufig in keiner Relation zu dem erforderlichen Aufwand einer rechtzeitigen Krisenvorsorge stehen würden.

Verstärkt werden Krisen durch Medien, aber auch durch so genannte „Shit-Storms“.

Krisen können schleichend sein: Auf eine strategische Krise folgt eine Ertragskrise und dann eine Liquiditätskrise. Die Krise entwickelt sich langsam mit verstärkender Wirkung. Krisen können aber auch plötzlich sein, sich sofort operativ auswirken und auf strategische Folgewirkungen beziehen. Die Krise hat sofort extreme negative Auswirkungen.

Krisenvermeidung und Krisenmanagement

Wie so oft gelten die Krisenvermeidung und sodann das Krisenmanagement als Gegenmaßnahme. Die Krisenvermeidung umfasst jene Maßnahmen, die eine Krise vermeiden können:

  • Das Issue Management: Das systematische Erkennen relevanter Fragestellungen, die in der Öffentlichkeit oder in der Projektbewältigung entstehen und relevant sein können
  • Das Risikomanagement: Die erkannten Problemfelder werden in Bezug auf potenzielle negative Auswirkungen ihrem Risiko nach eingeschätzt.

Das Krisenmanagement geht mit dem Ereignis der Krise um und umfasst die Krisenvorbereitung und sodann, nach Eintreten der Krise, die Krisenbewältigung als Reaktion auf die Krise.

Das antizipative Krisenmanagement versucht, mögliche Krisen gedanklich vorwegzunehmen und folglich einen Zeitgewinn zu bewirken, ist folglich in Bezug auf plötzliche Krisen anwendbar. Das präventive Krisenmanagement setzt sich mit latenten und schleichenden Krisen auseinander und versucht diese einzudämmen.

Das repulsive Krisenmanagement umfasst Maßnahmen zur Krisenreaktion und Krisenabwehr. Die Reputationskrise wird medial und kommunikativ abgewendet und umfass den Rückgriff auf externe Experten als Medienexperten, juristische Experte oder technische Gutachter und Prozessmanager.

Demgegenüber betrifft das liquidative Krisenmanagement den geordneten Rückzug in Fällen, in denen die Krisen nicht mehr beherrscht werden kann und die Gläubiger zumindest größtmöglich befriedigt werden, um den Reputationsverlust in Grenzen zu halten. Häufig wird eine „Erneuerung“ präsentiert, die den vermeintlichen Übergang der alten Strukturen in die neue „geläuterte“ Struktur vollzieht.

Literatur:

[1] Ansgar Thießen (Hrsgb.): „Handbuch Krisenmanagement“, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014

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