Mit dem Begriff der kritischen Infrastruktur ist jene gemeinschaftliche Infrastruktur gemeint, deren Ausfall weitreichende Folgen und Beeinträchtigungen für die öffentliche Sicherheit oder Versorgungssicherheit hat.
Entgegen der liberalistischen Auffassung, wonach der Staat nur ein Verhinderer von Freiheit sei, ist der Staat faktisch der wesentliche Ermöglicher von Freiheit, indem dieser Frieden wahrt und herstellt, für Sicherheit der Staatsbürger sorgt, wesentliche Ressourcen verteilt, die wesentliche Infrastruktur finanziert und bereit stellt, aber auch die Bildung ermöglicht und dadurch erst den Rahmen für insividuelle und kollektive Entfaltung schafft. Der Staat ist wiederum die Form und Konstitution, die sich ein Volk gibt.
Zur kritischen Infrastruktur gehören:
- Energieversorgung
- Telekommunikation
- Informationstechnik
- Ressourcen und Ernährung
- Gesundheitsversorgung und soziale Dienste
- Kulturwirtschaft und Wasserwirtschaft
- Finanzdienstleistungen
- Transport und Verkehr
- Systemrelevante Verwaltungsdienste
- Exekutive
- Bevölkerungsschutz
Die kritische Infrastruktur ist durch natürliche Gefahren als auch durch anthropogene Gefahren bedroht.
Zu natürlichen Gefahren gehören Naturgefahren wie Unwetter, Sturm, Dürre, Hochwasser, Waldbrände, geotechnische Instabilitäten, Erdbeben, aber auch biogene Gefahren wie biologische Erreger, die die Lebensmittelproduktion und Schutzwälder bedrohen, sowie Pandemien.
Zu anthropogenen Gefahren gehören Unfälle, kriminelle Machenschaften, Terrorismus, Kriegsführung, zunehmend asymmetrische Kriegsführung, Sabotage, Vandalismus, Cyberkriminalität, technische Mängel bis zum technischen Systemversagen, Marktversagen, soziale Unruhen und Instabilitäten, soziale Segregation, Staatsaushöhlung, politische Instabilität und Staatsversagen.
Die Problematik (kritischer) Infrastruktur besteht darin, dass diese vielfach eng vernetzt ist und folglich das Versagen einzelner Bereiche oder Verbindungsstellen ein Systemversagen verursachen kann. Durch länger anhaltende flächendeckende Stromausfälle ist beispielsweise die gesamte kritische Infrastruktur bedroht.
Ebenso vernetzt sind heute Weltwirtschaft und Geopolitik sowie die Verstrickung beider Bereiche, aber auch die Vernetzung durch Digitalisierung, sodass Konflikte und Krisen in einzelnen Bereichen zunehmend grenzüberschreitende Auswirkungen haben und schnell systemrelevant und systembeeinträchtigend werden.
Infolgedessen gewinnt der Schutz der kritischen Infrastruktur heute in einer zunehmend fragilen Weltordnung mit zahlreichen Risiken stark an Bedeutung und wird ob der vielfältigen Bedrohungen systemrelevant. Dahingehend wirken technische Sicherungsmechanismen sowie das effiziente Krisenmanagement.


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