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Autarkie, was ist das?

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Der Begriff der „Autarkie“ bedeutet, aus dem Griechischen kommend, so viel, wie Selbstgenügsamkeit. Selbst sein und sich selbst genug sein und genügen. Im Politischen oder Wirtschaftlichen bedeutet Autarkie die Unabhängigkeit von äußeren Umständen.

Im Rahmen einer globalisierten Welt ist vollständige Autarkie natürlich kaum möglich und auch nicht wünschenswert. Austausch und Handel sind für jede Volkswirtschaft wesentlich, um Standortvorteile zu nutzen, woraus sich Importe und Exporte, in der Folge auch Überschüsse und Wohlstand, ergeben.

In Zeiten angespannter wirtschaftlicher und geopolitischer Verhältnisse kommt es aber auf die Versorgungssicherheit im Sinne der kritischen Infrastruktur an. Darin besteht ein essenzieller Zweck von Staatlichkeit: Für den Ernstfall vorsorgen, im Ernstfall standhalten, wenngleich moderne Politik vielfach nur noch mit dem Befriedigen von Partikularinteressen beschäftigt ist. Daraus ergibt sich Autarkie mit Blick auf die kritische Infrastruktur und auf kritische Güter sowie die Wahrung der Souveränität, auch im Krisenmodus.

Auf das Private übertragen kommt es ebenso auf Selbstgenügsamkeit an. Wir sind nichts anderes als kleine politische und wirtschaftliche Gebilde. Man könnte auch von Resilienz sprechen, womit eine Widerstandskraft gegen äußere Umstände gemeint ist.

Da und dort geraten wir in persönliche Krisen, können nicht immer alles unter Kontrolle halten, müssen uns an die Umstände, die uns nicht immer gefallen, anpassen. Dagegen aufbegehren ist auf Dauer nicht zielführend, sondern anstrengend. Manchmal ist aufbegehren sinnvoll, aber vielfach auch nicht.

Es kommt folglich darauf an, uns weitgehend und im Sinne des Notwendigen anzupassen, unser Eigenes aber gleichzeitig zu wahren und auszubauen. Mögen wir uns zwar formell anpassen, innerlich bauen wir uns unsere eigene Ordnung auf.

Manchmal ist das Warten dann effektiv das einzige, was wir tun können. Manchmal wird das Warten ein Selbstzweck, weil nach dem Warten nichts anderes kommt, wir das Warten folglich so angenehm und ästhetisch erfüllend wie möglich gestalten müssen.

Immer geht es aber um mehr: Um den Glauben an die eigene Ordnung, die in Konkurrenz mit der bestehenden Ordnung steht. Um das Lachen im Wissen um die bessere Welt. Um das Wissen der eigenen Autarkie und Selbstgenügsamkeit und dass wir letztlich von nichts und niemandem abhängig sind.

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