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Südtirol nach der Landtagswahl 2023: Was jetzt passieren muss

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Die Südtiroler Landtagswahl 2023 ist geschlagen. Vorhergegangen waren dieser Wahl größere und kleinere Skandale, prinzipielle Änderungen in der Parteienlandschaft, aber auch die üblichen Materialschlachten, in der jeder einzelne Kandidat offenbar nervös wird und noch schnell einige tausende Euro locker macht, um sich selbst zu präsentieren.

Nicht fehlen durften die üblichen größeren oder kleineren Schlammschlachten, bei denen man sich fragt, wie die konkrete Zusammenarbeit nach der Wahl dann aussehen wird.

Abseits dieser Ereignisse rund um Wahlen müssen konkrete Fortschritte für Südtirol verwirklicht werden, die jeder verspricht, nur kaum jemand halten will. Die Fortschritte müssen Südtirol als Ganzes betreffen. Südtirol muss innovativer werden, neue Ideen und kritisches Denken fördern. Die Abwanderung junger innovativer Köpfe in Länder, in denen die Gehälter höher, die Verwaltung weniger verkrustet und die Bedingungen besser sind, ist nicht länger hinzunehmen. Aber natürlich ist niemand, der von diesem System profitiert, daran interessiert, diese Bedingungen zu ändern. Daran scheitert vieles.

Und dann gibt es auch noch allerhand Themen in Südtirol, die angegangen werden müssen. Wie kann die Verwaltung schlanker werden? Wie können wir sicherstellen, dass den Südtirolerinnen und Südtirolern am Ende des Monats mehr übrigbleibt, was tun wir in einer Situation mit Hochpreislage und einem niedrigen Gehälterniveau? Wo muss die Verwaltung sparen und trotzdem die Herausforderungen dieser Zeit lösen, welche technischen Mittel stehen uns zur Verfügung, um effizienter, sparsamer und besser zu werden? Wie siedeln wir innovative Unternehmen an und erleichtern ihnen die Unternehmensgründung? Wie stellen wir aber auch sicher, dass gut ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die in Südtirol leben wollen und sich das Leben in Südtirol auch leisten können?

Schließlich stellen sich jene Fragen, die die Strukturen in Südtirol betreffen: Wie können Tourismus und Verkehr sensibler abgewickelt werden? Wo müssen wir am Verkehrssystem wesentliche Änderungen vornehmen, damit wir weniger Stau, weniger Belastung und mehr nachhaltige Mobilität haben? Müssen wir nicht mehr modellieren und besser vorhersagen, was passiert, wenn wir Millionen und Abermillionen in Projekte stecken? Welche digitalen und modernen Lösungen stehen uns zur Verfügung, um hier als Vorreiter zu wirken? Wie können wir grüner und effizienter bauen und weniger Land und Ressourcen verbrauchen? Wie bringen wir Forstwirtschaft, Landschaftsschutz und Bauwesen in Einklang und welche Rolle kann und muss hier der moderne Holzbau spielen? Wie werden unsere Städte und Dörfer nahbarer, grüner und klimafitter werden und was unternehmen wir konkret gegen den Verfall, gegen die Resignation und gegen die Abwanderung?

Das alles sind Fragen, die jetzt anstehen müssen, nicht in 5 Jahren und auch nicht irgendwann. Die Gemeinderatswahlen 2025 in Südtirol folgen bald schon, irgendwann auch die Südtiroler Landtagswahl 2028. Doch Lösungen müssen unmittelbar folgen.

Wir wollen und können durch technisches Know-how konkret zu besseren Projekten und besseren Umgebungen beitragen.

Eine Antwort zu „Südtirol nach der Landtagswahl 2023: Was jetzt passieren muss“

  1. Avatar von Föderalismus in einer globalisierten Welt: Problemlösung im Kleinen – Demanega

    […] Die Kluft zwischen den Menschen und der Politik im Großen nimmt drastisch zu und äußert sich in Wahlergebnissen mit Protestcharakter, wenngleich am Ende des Protests vielfach nicht „revolutionäre“ […]

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