Agilität ist in dieser flexiblen Zeit das Zauberwort. Die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen zeichnet erfolgreiches Handeln aus. Aber auch die erzielten Lerneffekte.
Lernen ist nicht nur unidirektional. Wissen gehört geteilt und weitergegeben. Das erzielt viele Vorteile und Netzwerkeffekte. Wenn das System wächst, sich verfeinert, ganzheitlich besser wird, nimmt das natürlich alle in dieser Entwicklung mit und es gilt andereits in diesem Progress federführend und gestatend vorne dabei zu sein.
Und es geht auch darum, in Kundenbeziehungen zum Lerneffekt beizutragen. Vielleicht ist eine Kundenbeziehung so etwas, wie ein blühender Garten, für den man einiges tun muss, unter anderem einen Beitrag zur Selbsthilfe, nicht nur, um effizientere Projektabwicklungen zu erzielen, sondern auch und vor allem, um lernende Systeme zu entwickeln und um am Gesamtsystem zu arbeiten. Alle müssen besser werden.
Wissen ist nicht nur Macht, sondern auch Progress. Indem wir nicht nur selbst lernen, sondern die Fähigkeiten von Kunden erweitern und Tools entwickeln, die autonom und produktiv eingesetzt werden können, erweitern wir sowohl den Handlungsspielraum des Kunden als auch unsere eigenen. Teilen ist heute kein Nachteil mehr, sondern ein Gewinn, auch und vor allem, um damit die eigenen Ansätze in Umlauf zu bekommen.
Andererseits lieben Kunden Wahlmöglichkeiten und Optionen. Das Gefühl, keine Wahl zu haben, bedrängt und beengt uns. Alternativlos sein ist kein Qualitätsmerkmal. Das Herausarbeiten von Optionen gibt dem Kunden eine Entscheidungsmacht, die diesem zusteht, selbst wenn es objektiv betrachter bessere und schlechtere Lösungen geben wird. Gleichzeitig geht es aber auch um das Aufzeigen der Auswirkungen diverser Optionen.
So wie man im Fußball die Chancen erst kreiren muss, müssen Optionen herausgearbeitet werden. In den komplexen Welten des Bauwesens geht es vielfach darum, zu verstehen, zu vereinfachen und dann zu optimieren: Die Zusammenhänge und Hintergründe verstehen, die Relationen vereinfachen und strukturieren und die Lösungen laufend optimieren.
Die Optionen, die sich dann ergeben, sind zu präsentieren und zu visualisieren, um Information und Transparenz zu schaffen und um die Möglichkeit zur Entscheidubgsfindung real zu schaffen. Indem der Auftraggeber lernt, können die Prozesse deutlich beschleunigt werden, weil der Kunde besser weiß, was es will und weil der Professionist dadurch seinen Beitrag zielführender erbringen kann.
Wie immer müssen die Ziele klar sein. Ein System muss wissen, wohin es sich bewegen will. Dabei muss es von Leitsternen getragen werden. Ranjay Gulati spricht von „Deep Purpose“: Purpose- und Mission-Statements sind einerseits am überzeugendsten, wenn diese ehrgeizige und langfristige Unternehmensziele benennen und andererseits gesamtgesellschaftliche Problemlösungen aufzeigen.
Doch wohin mit der Purpose? In die Kommunikation, in die Prozesse, in die Personalpolitik, in die Kultur. Neben den vielen oberflächlichen und widersprüchlichen Purpose-Statements, die sich viele setzen, zielt eine nachhaltige Positionierung zu Werten, die Gewinn und Gemeinwohl gleichzeitig versprechen können.
Der Ansatz lernender Systeme bedeutet dann immer, anzuerkennen, dass die Ziele zwar klar sind, die Lösungen vielfach aber unfertig und unvollständig – darin besteht ja die Herausforderung, nämlich in der Annäherung idealer Lösungen. Der Widerspruch gehört manchmal dazu. Dieser muss dann transparenr plausibilisiert werden.
Literatur:
[1] Harvard Business Manager, Juli 2023


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